Gneis statt Kalk

Wer die steirischen Spitzenbetriebe der Reihe nach abfährt, bekommt immer wieder dieselben Gesteine genannt: Korallenkalk, Opok, Muschelkalk, Schotter, in Kitzeck Schiefer, in Kapfenstein Basalt. In der Weststeiermark ist es ein anderes Wort - Gneis.

Bei Lex Langmann heisst das konkret: Plattengneis als Muttergestein unter der Ried Langegg und der Ried Hochgrail, Stainzer Gneis und Hirschegger Gneis im Hangverlauf der Ried Greisdorf, kristalliner Schiefer unter der Ried Edla. Die Bodenstrukturen entstanden vor mehr als zehn Millionen Jahren, die Reben wurzeln bis auf 620 Meter Seehöhe.

Dazu kommt die Lage am Fuss der Koralpe: kühle Alpenluft, klare Nächte, und nach eigener Beschreibung die kargste und steilste Weinlandschaft Österreichs.

Seit 1746 am Hof vulgo Lex

Die Familie bewirtschaftet den Hof mit dem Vulgonamen Lex - der Name geht vermutlich auf einen früheren Besitzer namens Alexander zurück. 1746 pflanzten die Vorfahren die ersten Weingärten mit Blauem Wildbacher und Gemischtem Satz. Das sind inzwischen über 250 Jahre in derselben Sorte.

Heute arbeiten drei Generationen zusammen: Stefan Langmann senior und seine Frau Anna, die Söhne Günther und Stefan junior mit dessen Frau Daniela, dazu die jüngste Generation mit Verena und Katja. Gearbeitet wird ausschliesslich von Hand - bei den Hangneigungen bleibt auch wenig anderes übrig.

Als erstes weststeirisches Weingut wurde der Betrieb mit dem Siegel Nachhaltig Austria ausgezeichnet. Dahinter stehen begrünte Rebzeilen mit Gräsern und Blumen, der Verzicht auf Herbizide und Insektizide sowie hundert Prozent Ökostrom.

Vier Rieden rund um Stainz

RiedSeehöheAusrichtungBoden
Langegg525-590 mOstFelsbraunerde auf Plattengneis
Greisdorf490-550 mSüdwestBraunerde, Stainzer und Hirschegger Gneis, Schiefer im Untergrund
Hochgrail440-550 mSüdBraunerde auf Plattengneis
Edla--dünne Felsbraunerde auf kristallinem Schiefer

Die Ried Hochgrail ist die bemerkenswerteste. Aufzeichnungen über die Gegend "am Grail" reichen bis ins Jahr 1218 zurück, die Hangneigung erreicht 55 Prozent, und mit rund 40 Hektar ist sie die grösste zusammenhängende Ried der Weststeiermark. Dort stehen vor allem rund 45 Jahre alte Reben. In einer Fernsehsendung wurde die Lage zum schönsten Platz Österreichs gewählt.

In der Ried Langegg verwendete die Familie beim Auspflanzen eine eigene Selektion des Blauen Wildbachers mit besonders kleinen, würzigen Beeren. Die Ostlage trocknet morgens rasch ab, das Nachmittagslicht ist diffus - die Trauben reifen rund zwei Wochen später als in den übrigen Weingärten.

Die Ried Greisdorf profitiert vom Reinischkogel im Westen: Seine Waldklamm wirkt als natürlicher Klimaregulator und lässt die Temperaturen nachts stark abfallen. Das macht die Lage zum Standort für Sauvignon Blanc, der hier später geerntet und zwei Jahre in kleinen Eichfässern gereift wird.

Die kleine Ried Edla liegt wie ein Amphitheater, geschützt und von kühlen Wäldern umrundet. Ihr Schilcher reift in grossen Eichenfässern.

60 Prozent Blauer Wildbacher

Der Sortenspiegel ist eindeutig: Von den 34 Hektar sind rund 60 Prozent mit Blauem Wildbacher bestockt, der Sorte, aus der ausschliesslich in der Weststeiermark Schilcher werden darf. Dazu kommen Sauvignon Blanc, Weissburgunder, Welschriesling, Gelber Muskateller, Riesling und Gewürztraminer.

Die Weststeiermark ist seit 2018 ein eigenes DAC-Gebiet, das Herkunftssystem spielt Langmann über alle Stufen durch - vom Schilcher Junker über den Ortswein Stainz bis zu den Riedenweinen. Bei Falstaff bewegen sich die Schilcher-Bewertungen zwischen 90 Punkten für den Ortswein Stainz und über 93 für den Ried Hochgrail Sonnenhang.

Stefan Langmann formuliert den Anspruch dahinter so: Die Weststeiermark habe mit dem Schilcher eine weltweite Exklusivität, man müsse die Qualität auf die Spitze treiben, um international auf die Region aufmerksam zu machen.

Sekt bis zur Grossen Reserve

Die zweite Säule ist Schaumwein, und zwar in ungewöhnlicher Tiefe. Die kühlen Nächte und Fallwinde der Koralpe liefern die Säure, die hohe Sonnenstundenzahl die Reife. Die Grundweine kommen für die zweite Gärung in die Flasche, werden von Hand gerüttelt und nach vielen Monaten Reife im Weingut selbst dégorgiert - also traditionelle Flaschengärung im Wortsinn.

Das Sortiment reicht vom Schilcher Frizzante über Pet Nat bis zur Grossen Reserve und bildet damit die Stufen des österreichischen Sekts g.U. ab:

SchaumweinPreis
Schilcher Frizzante, Schilcato9,80 €
Muskateller Sekt, Schilcher Sektje 13,50 €
Pet Nat Schilcher, Pet Nat Weissje 14,00 €
Riesling Sekt, Sauvignon Blanc Sektje 16,00 €
Blanc de Blancs Reserve, Brut Rosé Reserveje 22,00 €
Grosse Reserve Langegg bzw. Stainzje 38,00 €

Was die Weine kosten

Stand September 2026 im Onlineshop:

StufeBeispielPreis
EinstiegJunker, Schilcher Junker, Welschrieslingje 8,50 €
GebietsweinSchilcher Klassik, Weissburgunderje 9,20 €
GebietsweinGelber Muskateller10,50 €
Ortswein StainzStainz Schilcher10,50 bis 10,90 €
RiedenweinRied Langegg Schilcher12,00 €
GebietsweinRiesling K. vom Gneis12,50 €
RiedenweinRied Hochgrail Schilcher14,50 bis 14,80 €
Ortswein StainzStainz Sauvignon Blanc15,00 €
RiedenweinRied Hochgrail Riesling18,00 bis 19,00 €
RiedenweinRied Greisdorf Sauvignon Blanc18,50 bis 19,50 €
RiedenweinRied Hochgrail Schilcher Reserve20,00 €
RiedenweinRied Edla Schilcher22,00 €
SpitzeRied Hochgrail Sonnenhang Schilcher30,00 €
SpitzeRied Greisdorf Sauvignon Blanc Reserve30,00 €

Auffällig ist das Preisniveau. Ein Riedenwein von der steilsten Lage der Weststeiermark kostet hier 14,50 Euro - in der Südsteiermark beginnen Grosse STK Rieden bei 38 Euro. Wer wissen will, wie steirischer Spitzenwein ohne Südsteiermark-Aufschlag schmeckt, findet hier den Einstieg.

Besuch

Die Adresse ist Langegg an der Schilcherstrasse 23, 8511 St. Stefan ob Stainz. Von Graz sind es rund 35 Kilometer nach Südwesten - näher als jeder südsteirische Betrieb.

Zum Weingut gehören ein Buschenschank, der von März bis November geöffnet hat, sowie Gästezimmer. Der Weinverkauf läuft auch ausserhalb der Buschenschank-Zeiten, um telefonische Voranmeldung wird gebeten.

FAQ - Häufige Fragen zum Weingut Lex Langmann

Wo liegt das Weingut Lex Langmann?

In Langegg bei St. Stefan ob Stainz in der Weststeiermark, Adresse Langegg an der Schilcherstrasse 23, 8511 St. Stefan ob Stainz. Von Graz sind es rund 35 Kilometer.

Wie gross ist das Weingut Lex Langmann?

34 Hektar, davon rund 60 Prozent Blauer Wildbacher. Die Weingärten liegen auf bis zu 620 Metern Seehöhe.

Woher kommt der Name "Lex"?

Es ist der Vulgoname des Hofs und geht vermutlich auf einen früheren Besitzer mit dem Vornamen Alexander zurück. Er unterscheidet den Betrieb von anderen Langmann-Weingütern in der Region.

Seit wann gibt es das Weingut?

Seit 1746 - damals pflanzten die Vorfahren die ersten Weingärten mit Blauem Wildbacher und Gemischtem Satz. Heute arbeiten drei Generationen im Betrieb.

Welche Rieden hat Lex Langmann?

Vier: Langegg, Greisdorf, Hochgrail und Edla, alle rund um Stainz. Die Ried Hochgrail ist mit rund 40 Hektar die grösste zusammenhängende Ried der Weststeiermark.

Warum ist der Boden hier anders als in der Südsteiermark?

Weil unter der Weststeiermark Gneis liegt statt Kalk: Plattengneis, Stainzer Gneis und Hirschegger Gneis, dazu kristalliner Schiefer. Die Südsteiermark ist von Korallenkalk, Opok und Schotter geprägt.

Macht Lex Langmann auch Sekt?

Ja, mit eigener Flaschengärung im Haus: Die Flaschen werden von Hand gerüttelt und im Weingut dégorgiert. Das Sortiment reicht vom Frizzante bis zur Grossen Reserve um 38 Euro.

Was kostet ein Schilcher von Lex Langmann?

Der Schilcher Klassik liegt bei 9,20 Euro, der Ortswein Stainz bei rund 10,50 Euro. Die Riedenweine kosten 12 bis 22 Euro, der Ried Hochgrail Sonnenhang 30 Euro.