Welschriesling

Über seine Herkunft wird vieldiskutiert. Ob als Herkunftsland Oberitalien, Rumänien und Slowenien in Frage kommt, ist sich die Fachwelt uneinig. Uneinigkeit herrscht auch bei der möglichen Abstammung des Welschrieslings. Die mit ihm am nächsten verwandte Sorte ist der Elbling, die älteste Weinsorte Europas. Sie wurde schon von den Römern kultiviert. Gewiss ist jedoch, dass keine Verwandtschaft zum Weißen Riesling besteht. Die Bezeichnung „Welsch“ rührt vermutlich von seiner Kultivierung, die zunächst im romanischen Raum erfolgte, her. Der Begriff „Welsch“ wird aber auch oft mit der Bedeutung „falsch“ und „fremd“ belegt. Falscher Riesling? Nicht zu Unrecht.

Welschriesling in Österreich

welschriesling-traubenMit einem beinahe zehn prozentigen Anteil an der Gesamtrebfläche, stellt der Welschriesling eine wichtige Sorte in Österreich dar und kommt gleich nach dem Grünen Veltliner, ansonsten liegen seine Hauptanbaugebiete in Rumänien und Ungarn. Er bevorzugt frühe, warme Lagen, wobei eine gesicherte Magnesiumversorgung aus dem Boden wichtig ist. Auch seine Ansprüche an den Wassergehalt in den Böden und die Nährstoffversorgung sind groß. Gegen Trockenheit reagiert er mit einem Rückgang an Triebwuchs.

Eine ertragreiche Weinsorte

Stimmen die Verhältnisse, zählt der Welschriesling zu den ertragsreichen Sorten. Seiner Anfälligkeit gegenüber Stiellähme kann durch entsprechende Kulturmaßnahmen entgegengewirkt werden. Die Traube zeigt sich dichtbeerig und wird charakteristisch durch eine mittelgroße Beitraube ergänzt, wobei die Reifung sehr spät erfolgt. Der Ausbau erfolgt trocken bis süß. Im Burgenland wird die Traube häufig zur Beeren- oder Trockenbeerenauslese ausgebaut.

Wein mit großer Qualitätsspanne

Der Welschriesling zeigt eine große Qualitätsvielfalt. Vom einfachen Schankwein über Prädikatsweine bis hin zu den Beerenauslesen, zeigt er ein breites Qualitätsspektrum. Auch als Grundlage zur Sekterzeugung wird er verwendet. Seine Farbe variiert ebenfalls stark, vom sanften Grüngelb bis zum kräftigen Goldgelb spiegelt er alle Töne. Im fruchtigen und blumigen Bukett herrschen grüner Apfel und Zitrus, vor allem Grapefruit und Mandarine, vor. Manchmal schlägt auch ein Heublumenaroma durch. Zusätzliche Nussaromen zeigen sich stärker bei den steirischen Welschrieslingsorten.  Fruchtig ist aber auch der Geschmack, das Apfelaroma entfaltet sich am Gaumen und zeigt sich im Abgang besonders kräftig. Ist er, wie zumeist, trocken ausgebaut, besticht er durch die leichte fruchtige Süße und die typische feine Säure.

Süffiger Wein mit fruchtiger Note

Der Welschriesling gilt als besonders süffige Weinsorte. Im süßen Ausbau kommt die fruchtige Note stärker zum Ausdruck, verbunden mit einem zarten Honiggeschmack. So leicht und süffig, wie sich der Welschriesling gibt, sollten auch die Speisen sein, zu denen er gereicht wird, obwohl er im Grunde zu allen Gerichten passt. Als Sommergetränk wird er gerne aufgrund seiner Fruchtigkeit als Spritzer genossen. Jung getrunken, ist der Welschriesling stets am besten. Bei längerer Lagerung entwickelt sich ein typisches Schwarzteearoma.

Herkunft

Vermutlich ist er ein Italiener, der Welschriesling. Ganz genau ist seine Herkunft aber nicht zu erurieren. Die nächstverwandte Sorte ist der eher unbekannte Elbling. Ganz wichtig und deshalb an dieser Stelle nochmals erwähnt sei: der Welschriesling ist mit dem Weißen Riesling eben NICHT verwandt.

Verbreitung des Welschriesling

3.597 ha = 7,8 %. Das ist mal ein Wert. Somit ist der Welschriesling noch immer der Wein mit der zweitgrößten Anbaufläche in Österreich. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass der Welschriesling in nahezu jeder Qualitätsstufe auftaucht und auch als Grundwein für die großen Sektmacher zum Einsatz kommt.

Ebenso gibt´s den Welschriesling  als trinkfreudigen Buschenschankwein in Steiermark. Oder als edelsüße Trockenbeerenauslese im Burgenland. Trotz dieser Vielfältigkeit geht seine Anbaufläche ebenfalls zurück.

Aussehen der Blätter

Drei- bis fünfmalige Blätter mit scharfer Zahlung zeichnen den Welschriesling aus. Mittelgroße, dicht wachsende Trauben mit recht großen Beitragen sind ebenfalls typisch für den Welschriesling. Die Beeren selbst sind rundlich, dünnschalig, punktiert und jedenfalls sehr saftig.

Verwendung der Welschriesling

Grundsätzlich reift er ja spät, der Welschriesling. Und grundsätzlich kann man – wie bereits erwähnt – alles machen aus dem Welschriesling. Die Sekterzeugung freut sich, es können aber auch ausgezeichnete Prädikatweine entstehen. Im Weingarten will Welschriesling eher warme Lagen und Böden mit guter Magnesiumversorgung. Trockenheit mag die Rebe garnicht. Sie reagiert darauf mit Wachstumsstreik.

Der Wein

Welschriesling liefert stets einen ordentlichen Säuregehalt. Damit einher gehen das Bukett nach grünem Apfel und Zitrusfrüchten. Trockene Welschrieslinge sind sehr frische Weine die deftige Speisen perfekt begleiten können. Aber nicht nur das; Prädikatsweine aus Welschriesling zählen zu recht zu den ganz großen Süßweinen der Welt. Feine Honignoten am Gaumen und ein Bukett mit Aromen von exotischen Früchten prägen Süssweine aus Welschriesling. Und dann kommt die omnipräsente Säure. Sollte sie einmal kosten. Ehrlich!

Mehr unter: http://www.oesterreichwein.at/unser-wein/oesterreichs-rebsorten/weisswein/welschriesling/

Weißer Burgunder

Der weiße Burgunder, auch als Pinot Blanc bekannt, wurde bereits im 14. Jahrhundert kultiviert. Die Rebe stellt eine Mutation aus dem vom Spätburgunder abstammenden Grauburgunder  dar. Die  Hauptanbaugebiete liegen in Deutschland und seinem Ursprungsland Frankreich, aber auch in Österreich zählt der Weißburgunder zu den beliebten Sorten.  Rund 4,3 Prozent ist sein Anteil an der Gesamtanbaufläche in Österreich, das entspricht etwa 3 ha. Rings um den Neusiedler See, in Niederösterreich, der Steiermark wird er ebenso angebaut wie in den Weinbergen um Wien. Im nördlichen Niederösterreich und in der Steiermark zeigt er jedoch das meiste Potential. Das kühlere Klima und steile Lagen entsprechen ihm.

Weißburgunder oder Chardonnay

Als Rebe ähneln sich Weißburgunder und Chardonnay sehr, wobei der Chardonnay eine Kreuzung aus Burgunder und Heunisch darstellt.  Farbe und Form der Trauben unterscheiden sich zwar, was aber erst bei der Lese zum Ausdruck kommt. Die Trauben des Weißburgunders sind die hellfarbigsten unter den Burgundertrauben und besonders dicht bepackt, darum ist er auch anfälliger gegenüber dem Befall von Botrytis, ansonsten zeigt er sich von einer robusten Seite. Relativ unempfindlich gegen Frost und resistent gegen viele Krankheiten, bringt er auch noch bei hohem Ertrag viel Zucker und Säure . Die Rebe stellt hohe Ansprüche an den Boden, schätzt Tiefgründigkeit und Nährstoffreichtum. Auch eine gewisse Feuchte benötigt der Weißburgunder. In südlichen Anbaugebieten fehlt ihm oft die Säure, darum nimmt in disen Regionen zumeist der Chardonnay seinen Platz ein. Auch als Wein ähneln einander die Sorten.

Oft im Cuvee verwendet

Der Weißburgunder wird auch gerne von den Winzern als Verschnitt, Cuvee, mit anderen Sorten verwendet, da er sich eher dezent  gibt. Er dient, besonders in Deutschland, oft als Grundlage für Schaumweine. In Österreich keltern Winzer ihn  nicht selten  in Barrique Fässern, die beim Ausbau des Weins den typischen Barrique-Ton geben. Im Edelstahltank hingegen werden sowohl  seine feine Frische als auch das Sortentypische an ihm unterstrichen.

Birne- und Apfelaroma herrscht vor

Das Bukett des meist trocken ausgebauten Weißburgunders ist sehr dezent, es herrschen Birne und Apfel vor, dazu kommt oft ein Nussaroma mit einem Hauch von Blumenwiese und Kräutern. Zart und doch vollmundig im Geschmack, zeigt er Fruchtsüße und leichte Säure, im Abgang ist er mäßig zitronig.  Bei längerer Lagerung zeigt sich meist ein Mandelton.  Durch seine frische Säure und dem dezenten Aroma ist er ein idealer Menübegleiter. Besonders leichte Gerichte ergänzt er perfekt. Erfolgte der Ausbau des Weißburgunders im Barriquefass, ist das veränderte Aromaprofil  besonders zu Wild- und Lammgerichten stimmig. Der geringe Alkoholgehalt macht ihn aber auch zum idealen Wein für jede Gelegenheit zwischendurch.

Herkunft

Wo Brugunder herkommen, wissen sie schon, wenn sie hier bereits brav in den Weinbeschreibungen gelesen haben. Frankreich, unschwer zu erraten. Der Weißburgunder ist genetisch gesehen eine Art Unfall. Besser gesagt eine Mutation aus dem Grauen Burgunder.

Verbreitung des Weißburgunder

1.995 ha bedeuten etwa 4,3 % Rebflächenanteil und somit eine wichtige Sorte in Österreich. Der nahe Verwandte, der Chardonnay, hat mittlerweile aber dem Weißburgunder den Rang etwas abgelaufen.

Aussehen der Blätter

Mittelgroße, fünfeckige Blätter die drei der fünflappig wachsen kennzeichnen den Weißburgunder. Die Traube ist ebenfalls mittelgroß und stellt sich dichtbeerig und zylindrisch dar. Die Beeren sind rundlich bis oval und mit ihrer gelbgrünen dünnschaligen Haut ebenfalls recht typisch.

Verwendung des Weißburgunder

Der Weißburgunder gilt als perfekter Cuvéepartner. Vielleicht liegt das an seinem neutralen Eigengeschmack? Im Weingarten stellt er Ansprüche an die Lage und den Boden. Weißburgunder wächst nicht überall. Dazu neigt er zum  Botrytisbefall und ist somit weniger robust als sein Verwandter, der Chardonnay.

Der Wein

Wenn die hohen Ansprüche an Boden und Lager erfüllt werden, dann liefert der Weißburgunder höchste Qualität. Jung zeigt sich der Weißburgunder eher blumig mit pikanter Säure. Gereifte Weißburgunder entwickeln Brottöne und russige Noten. Weißburgunder ist ein langsamer Entwickler und erreicht somit seine optimale Trinkreife erst nach einigen Jahren an Flaschenreife.

 

 

Grüner Veltliner

Der Grüne Veltliner ist der in Österreich am weitesten verbreitete Wein. Er ist als einheimische Rebe ein echter Niederösterreicher. Der Sorte wurde auch zum ersten österreichischen DAC Wein gewählt. War es damals der Weinviertel DAC, folgten bis heute weitere Regionen mit einem Veltliner DAC. Speziell die Lössböden im Weinviertel bieten der Rebe optimale Bedingungen, aber auch die Lössgründe im Kamptal, am Wagram, in der Wachau und im Kremstal. Im nördlichen Burgenland wird er ebenfalls häufig kultiviert. Mit rund 13.000ha Rebfläche stellt er etwa 30 Prozent des gesamten österreichischen Weinanbaus. Außerhalb von Österreich wird der Grüne Veltliner selten angebaut.

Der Grüne Veltliner oder Weißgipfler

Sein zweiter, in Österreich gängiger Name lautet Weißgipfler und rührt von seiner wollig weißen Behaarung an den Triebspitzen her. Die sehr großen Beeren sind oval mit grüngelber Färbung. Die Blüten sind sehr empfindlich und die Rebe reagiert schlecht auf Trockenheit.  Gentechnische Untersuchungen haben gezeigt, dass der Grüne Veltliner eine natürliche Kreuzung aus Traminer und St. Georgen ist. Der St. Georgen wurde nach dem burgenländischen Ort benannt, in dem er gefunden wurde. Er lässt sich keiner Rebsorte zuordnen und wird auf ein Alter von 400 Jahren geschätzt. Inzwischen nachgezüchtet, wurden versuchsweise rund 400 Reben der Mutterrebe ausgepflanzt, um die Sorte zu erhalten.

Der Rote Veltliner

Häufig wird auch angenommen, der Frührote Veltliner und der Rote Veltliner seien Mutanten des Grünen Veltliners. Es besteht jedoch zu den beiden Rebsorten keinerlei Verwandtschaft. Der Frührote Veltliner ist eine Kreuzung zwischen Rotem Veltliner und Sylvaner. Der Rote Veltliner ist eine ebenfalls in Niederölsterreich heimische, jedoch völlig eigenständige Sorte.

Pfeffer als Markenzeichen

Die Qualität des Grünen Veltliners ist sehr abhängig von seiner Lage, aber auch von der Höhe des Ertrags und zeigt sich in vielen Varianten. Vom süffig leichten, säurebetonten Schankwein bis hin zum hochwertigen Prädikatswein zeigt sich der Grüne Veltliner mit vielerlei Gesichtern. Typisch jedoch sind stets ein leichtes bis stärkeres Bukett nach weißem Pfeffer und Tabak, vermischt mit Citrus und dem Duft von frischen Früchten. Je nach Lage kommt der Grüne Apfel stärker hervor oder das Bohnenkraut, oder es besteht ein mineralischer Einfluss. Der Grüne Veltliner ist jedoch stets voll überwältigender Frische.

Fruchtig und nussig im Geschmack

Der Geschmack, ebenfalls fruchtig, aber auch nussig, würzig, wirkt kräftig und zart in gleichem Maße. Bei früher Ernte zeigt er sich süffig, spritzig und leicht, als Spätlese schwer und gehaltvoll mit höherem Alkoholgehalt. Er ist lagerfähiger als der Riesling und entfaltet auch nach längerer Lagerung noch seine typischen Aromen. Beeindruckend ist bei qualitativ hochwertigen Veltlinern, dass sie auch nach längerer Lagerung ihre Frische bewahren. Als Speisenbegleiter ist er ein Allrounder, zu allen Gerichten passend, besticht er aber auch als Frühschoppenwein.

Herkunft

Das Flagschiff, die Allzweckwaffe, das Wunderding. Der Grüne Veltliner ist eine natürliche Kreuzung von Traminer x St. Georgen. Das haben wir ja beim Traminer schon verraten. Und da der Kreuzungspartner, der mitverantwortlich ist, dass es den Grünen Veltliner gibt, aus St.Georgen kommt – deshalb ist der Grüne Veltliner eigentlich halber Burgenländer.

Dass der Grüne Veltliner genetisch mit dem Roten und Frühroten Veltliner verwandt ist verwundert hoffentlich niemanden.

Verbreitung

13.518 ha oder 29,4% der gesamten Rebfläche Österreich ist voll mit Grünem Veltliner. Klingt irre, ist es auch. Vor allem wenn man bedenkt, wie lange der Grüne Veltliner fast ausschließlich als Massenträger für die Schankweinproduktion verwendet wurde.

Gegenwärtig ist der Grüne Veltliner  die wichtigste autochthone Rebsorte in Österreich. Seine größte Verbreitung erreicht der Grüne Veltliner in Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland. Dem Veltliner war auch die erste DAC Region Österreichs gewidmet; das Weinviertel. Jenseits dessen hat der Grüne Veltliner in Niederösterreich eine dominierende Stellung und sorgt vor allem entlang der Donau für florierende Geschäfte in der Weinwirtschaft. Die Rebfläche hat zwar in den letzte 15 Jahren um 22 % abgenommen, dennoch ändert das nichts an der Vormachtstellung des „Grünen“ in Österreich.

Aussehen

Leicht zu erkennen. In Niederösterreich können sie getrost bei jedem Weinstock behaupten, es wäre ein Grüner Veltliner. Mittelgroße, fünfeckig bis kreisförmige, fünf- bis siebenlappige Blätter die an ihrer Unterseite meist auffällig behaart sind; daran erkennt man den Grünen Veltliner Stock wirklich. Diese weißen Härchen brachten ihm auch den Namen „Weißgipfler“ ein. Mittelgroße bis sehr große Trauben mit rundlich bis ovalen Beeren die zwischen grüngelb und rotgelb gefärbt sein können.

Verwendung

Tja, von der „Literware“ zum high-class Exportschlager. Die Enwicklungsstory des Grünen Veltliner liest sich, wie von einem Hollywood-Regiesseur erdacht. Gegenwärtig ist er Grüne Veltliner die mit Abstand wichtigste Weißweinsorte in Österreich. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erlangte der autochthone Wein aus Österreich weltweite Bekanntheit und Beliebtheit. Vor allem in Übersee ist der GRUNE ein Verkaufsschlager.

Grundsätzlich ist Grüner Veltliner ein Massenträger – also eine sehr fruchtbare Sorte – und bedarf daher einer Ertragsregulierung. Auf tiefgründigen Sedimentböden – vorzugsweise Löss – gedeiht er besonders gut. Trockenheit mag er ebensowenig wie Klar im Boden. Anfälligkeit auf Peronospora und den roten Brenner trüben das Bild der „perfekten Rebsorte“ ein wenig. 

Wein

Grüner Veltliner ist ein Chamäleon im besten Sinn. Er liefert vom leichten, säurebetonten Wein bis zum hochreifen Prädikats­wein alle Qualitätsstufen. Lagen und der Mut zur Ertragsreduktion durch den Winzer fördern die Qualität und sorgen so für die unvergleichbaren Qualitäten, die der Grüne Veltliner hervorgingen kann. Als sortentypisch und somit erwünscht gelten würzige, pfeffrige Weine oder Fruchtnoten nach Steinobst.

 

Sauvignon Blanc

Nur wenige Reben haben ein derartiges großes, weltweites  Ansehen wie der Sauvignon Blanc. Der Wein weist frische, lebhafte Aromen bei trockenem Geschmack auf, oft auch in süßer oder halbsüßer Variante. Nach dem Chardonnay ist der Sauvignon Blanc die zweitwichtigste Edelrebe.  Der Name stammt aus dem Französischen und kann als „wild“ übersetzt werden.

Herkunft des Sauvignon Blanc

Die ursprüngliche Herkunft ist umstritten, doch wird angenommen, dass die Rebe, wie der Cabernet Sauvignon, aus der Gegend um Bordeaux stammt, zumindest wurde er dort bereits früh angebaut. Auch im Loire Tal sind frühe Kulturen nachgewiesen. Noch heute findet sich die Rebe in Frankreich auf einer Anbaufläche von 26.000ha. Inzwischen finden sich vermehrt auch Anbaugebiete in Neuseeland, wobei der neuseeländische Sauvignon Blanc längst mit der französischen Qualität mithalten kann. In Österreich wird die Pflege der Edelrebe bei Winzern ebenfalls immer beliebter.

Im Süden Österreichs gedeiht er am Besten

Die Rebfläche für den Sauvignon Blanc hat sich seit 1999 in Österreich verdreifacht, die Tendenz ist in Niederösterreich und dem Burgenland weiterhin steigend. Das Hauptanbaugebiet liegt jedoch in der Steiermark. Mit über 900 ha beträgt der Anteil von Sauvignon Blanc an der Gesamtrebfläche in Österreich 2 Prozent. Dass der Sauvignon aus Österreich beste Qualität aufweist, belegt eine Blindverkostung der weltbesten 50 Sauvignon Blanc Sorten. Die österreichischen Vertreter waren dabei mehr als erfolgreich, besonders das Weinland im Süden der Steiermark konnte seinem Ruf gerecht werden.

Das Besondere am Sauvignon Blanc

Die Rebsorte wächst kräftig, braucht ordentliche Schnitte, viel Luft und Raum, damit die Trauben optimal ausreifen können. Auf alten Rebstöcken entwickeln die Trauben den typischen Geschmack stärker, sodass diese von den Winzern bevorzugt werden. Das typische Sauvignon Aroma wird in erster Linie durch die enthaltenen Pyrazine, spezielle Aromaten,  verursacht. Der Duft erinnert an Stachel- und Johannisbeeren, oft ergänzt durch den Duft von frisch gemähtem Gras, häufig ein wenig erdig gemischt. Je nach Riede lässt sich auch ein leichter Mandelton feststellen, dezent röstig. Der Geschmack wird mineralisch dominiert. Der frische Geschmack ist ein überraschender Gegensatz zum fruchtig süßen Bukett. Im Mund bewegt, ergeben sich immer wieder neue geschmackliche Überraschungen, ein Wein der Vielfalt. D

Perfekt zu Fisch und Käse

er Sauvignon Blanc ist ein extraktreicher Wein mit auffallender Säurestruktur. In der Farbe zeigt er ein Goldgelb mit grünen Nuancen. Der Körper zeigt sich füllig und harmonisch ausklingend. Der Sauvignon Blanc sollte jedoch stets jung getrunken werden. Nach langer Lagerung übertüncht oft ein Spargelgeschmack die typischen Aromen. Serviert zu vegetarischen Speisen ebenso wie zu Fisch oder Käse, wird sein Aroma durch würzige Kräuter in den Gerichten noch unterstrichen. Kräuter und Sauvignon Blanc ergänzen sich dabei im Zusammenspiel für wahre Gaumenfreuden.

Muskateller

Der Muskateller gilt als eine sehr alte Rebsorte, wenn nicht als älteste. Es wird angenommen, dass sie von den Phöniziern und Griechen zu den Römern gelangte, von wo sie weiter verbreitet wurde. Zwei große Muskateller-Liebhaber sind dabei aus der Geschichte bekannt, Kaiser Karl der Große und Kaiser Friedrich Barbarossa.

Anspruchslos und doch anfällig

In Österreich wird der Muskateller auf einer Fläche von rund 520 ha angebaut, das entspricht einem Anteil an der gesamten Weinbaufläche von rund einem Prozent. Zwar hat der Wein bei den Weinliebhabern nach einem kleineren Tief wieder sehr an Bedeutung gewonnen, doch, so wenig Ansprüche die Rebsorte an den Boden stellt, zeigt sie sich empfindlich und anfällig gegen Frost und Krankheiten. Der Muskateller ist nicht nur sehr fäulnisanfällig, sondern auch anfällig für den Befall durch Oidium und Botrytis. Da auch die Blüten sehr empfindlich sind, stellt beim Anbau die Ertragsunsicherheit beim Winzer ein Risiko dar. Durch die Frostempfindlichkeit eignet sich die Rebe eher zum Anbau in sehr warmen Lagen.

Die Südsteiermark ist bekannt für ihren Muskateller

Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, aber auch Ungarn sind die klassischen Anbaugebiete. In Ungarn gehört die Muskatellertraube zu den für die Herstellung des berühmten Tokajer Weins verwendeten Sorten. In manchen Region Österreichs, wie der Südsteiermark, gedeiht die Rebe prächtig, die Trauben bieten die Basis für hervorragende Weine. In anderen Regionen kommt es in schlechten Jahren immer wieder vor, dass die Säure extrem hart ausfällt und das Bukett zu beherrschend wird. Meist wird dann der Muskateller mit anderen Sorten wie Riesling oder Sylvaner verschnitten.

Gaumenfreude Muskateller

In der Farbe zeigt er ein grünliches bis intensives Gelb mit ausgeprägtem Muskatton. Das Bukett ist fruchtig, der Geschmack frisch, säure- und extraktarm und ebenfalls fruchtig, lieblich. Nach ein bis zwei Jahren Lagerung zeigt sich der Muskateller von seiner besten Seite. Wird er mit einer Temperatur von 8 bis 10 Grad getrunken, entfaltet er sein Aroma optimal. Durch seinen intensiven Eigengeschmack eignet er sich weniger als Begleitwein zu Speisen, aber für das Glas danach umso besser. Sein Duft lässt den Genießer an frische Trauben denken, der Eindruck verstärkt sich, wenn der Muskateller auf den Gaumen trifft. Und doch unterscheiden sich einzelne Muskatellersorten. Die kleinbeerig tragende Rebe, die in Österreich am häufigsten angebaut wird, wird als Weißer Muskateller bezeichnet.

Muscat Bianc a Petits Grains

 

Der Weiße Muskateller gilt als besonders hochwertiger Wein und wird in Frankreich als Muscat Bianc a Petits Grains verkauft, in Italien als Moscato Bianco. In der Qualität gleichwertig ist der goldfarbene Gelbe Muskateller. Der Gelbe Muskateller wird gerne in der Steiermark angebaut, er zeigt oft ein zusätzliches Holunderblütenaroma mit einem Hauch von Melisse. Als Mutation, aus dem Weißen Muskateller hervorgegangen, ist der Rote Muskateller. Die drei Sorten nicht alle Spielarten des beliebten Weins, der sich im Laufe der Geschichte in über 200 Varianten zeigte.

 

Stift Klosterneuburg, Weinbau der anderen Art

Idyllisch liegt das Stift Klosterneuburg über dem Ort, unter dem Bau erstreckt sich eine Kelleranlage aus der Barockzeit, die vier Etagen umfasst und bis in eine Tiefe von 36m reicht. So alt der Keller ist, so modern sind die Methoden und Techniken, die im Stift Klosterneuburg zur Anwendung kommen. Kellermeister Walter Muschlin führt hier das Regiment. Nach Absolvierung des Weinmanagements in Krems arbeitete er auf Weingütern in Südafrika, den USA und Neuseeland. Die Leitung des gesamten Weingutes unterliegt Wolfgang Hamm, der auch Seminare und Vorträge zum Thema Wein hält. Als Herrscher über die Weingärten bewährt sich Johannes Steurer, der als Winzersohn dem Wein bereits seit seiner Kindheit verfallen ist.

Das Stifterl Wein – eine Idee des Stifts Klosterneuburg

Wohl jeder kennt den Begriff des Stifterls für die kleine Flasche Wein mit einem Fassungsvermögen von 0,375 Litern, doch kaum jemand weiß, dass die Idee für die kleine Weinportion und der Name aus dem Stift Klosterneuburg kommen. In den 1950er Jahren begann das Stift die kleinen Flaschen für die Fluggäste der Austrian Airline zu füllen. Inzwischen ist das Stifterl mit den Klosterneuburger Weinen St. Laurent, Grüner Veltliner, Cuvee LUX und Zweigelt auch in den Minibars von Hotels in der ganzen Welt beliebt. Doch ob kleine Abfüllung oder Bouteille. Qualität ist das Ziel der Kellerei, in der seit mehr als 900 Jahren Weine produziert werden, heute auf einer Rebfläche von 108 Hektar.

Klimaschutz wird beim Weinbau großgeschrieben

Gepflegt werden ausschließlich heimische Rebsorten, denen Boden und Klima entsprechen. Sie integrieren sich in das natürliche Umfeld. Das Stift Klosterneuburg arbeitet klimaneutral und legt auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit größten Wert. Als erstes klimaneutrales Weingut in Niederösterreich zeigt es Umweltverantwortung. Zwischen den Rebzeilen werden bestimmte Pflanzen ausgesät, die wiederum eine tierische Artenvielfalt zulassen. Nach der Ernte werden die Weingärten mit eigenem Kompost gedüngt.

Arbeit in Harmonie mit der Natur

Die Weingärten liegen in vier verschiedenen Orten, Klosterneuburg, Wien, Tattendorf und Gumpoldskirchen, das bedeutet vier verschiedene Mikroklimaverhältnisse, verschiedene Böden und unterschiedliches Wasser. Aus diesem Grund ist auch die Rebenvielfalt groß, somit auch das Angebot an Weinen, die zu Österreichs Spitzenweinen zählen. Angeboten werden Stiftsweine, Lagenweine, die Linien Tradition und Schotter sowie Messweine. Während die Stiftsweine sich fruchtbetont und sortentypisch zeigen, zeichnen sich die Lagenweine durch gezielte Auswahl der Trauben aus.

Messweine dürfen nicht fehlen

Ausschließlich für den Einzelhandel wird die Linie Tradition mit einfachen, fruchtigen Weinen geführt. Die Linie Vom Schotter beinhaltet Weine von Weinstöcken, die auf Kalkschotterböden und Donauschotter wachsen. Eine besondere Fruchtigkeit liegt bei ihnen im harmonischen Geschmack. Bei den Messweinen unterschieden sich zwei Sorten, ein süßer und ein trockener Messwein. Beiden gemeinsam ist Produktion nach den Vorgaben des Kirchenrechts im Codex Juris Cononici 924 §3. Kalender mit den Terminen für Weinkellerführungen, Weinwanderungen und Weinveranstaltungen können unter der Telefonnummer 02243/411/0 angefordert werden.

Webseite: http://www.stift-klosterneuburg.at/wein/

Foto: Pressebild Stift Klosterneuburg / Foto: Michael Zechany

 

 

Weingut Schlossberg

Der Familienbetrieb Wertek liegt im bekannten Weinort Bad Vöslau in der Thermenregion. Seit Generationen von der Familie betrieben, wurde im Jahr 2000 der Betrieb zum Weingut Schlossberg ausgebaut. Besonders wichtig war den Winzern eine qualitätsfördernde Bauweise, wobei das Gut nach der Devise betrieben wird, dass die Qualität des Weins im Weingarten entsteht, im Keller könne sie nur erhalten werden.

Weinbau am Schlossberg

Trauben und Traubenmaische werden am Schlossberg nicht gepumpt, sondern im freien Fall befördert, was sich als besonders schonend erweist. Kühlung, Presse und spezielle Tanks tragen ebenfalls zur Qualitätserhaltung bei. Internationale und nationale Auszeichnungen belegen  den Winzern die Richtigkeit ihres Weges. Markus Wertek, der seit 2008 das Gut führt, vereint traditionelles Wissen mit Fachwissen aus Auslandspraktika, so arbeitete er etwa auf einem Weingut  in Neuseeland. Die Trauben stammen aus den Weingärten, die sich vom Badener Römerberg bis zur Gainfarnerbucht erstrecken, verteilt auf beste Lagen.

Der beste Boden für jede Rebsorte

Durch die Verteilung der Weingärten über ein großes Gebiet, kann die Unterschiedlichkeit der Böden genutzt werden. Jede Rebsorte bekommt den Boden, den sie benötigt, ob schotterig, oder aus Schwarzerde bestehend. Die Böden sind vor rund 10 Millionen Jahren aus dem Meer entstanden. Noch heute findet der Winzer bei Arbeiten im Weingarten Muscheln aus alter Zeit. Aber nicht nur die Böden tragen in der Region zur Qualität der Weine bei, sondern auch die vielen warmen Quellen.

Rotweine, Rose und Weißweine

Als Nischensorte geltend, wird er von der Familie Wertek dennoch angebaut, der Muskat mit seinem ihm eigenen Aroma und der deutlichen Restsüße. Niedrig im Alkoholgehalt, schmeckt er beinahe wie süffiger Traubensaft. Im Sortiment der Weißweine darf der für die Thermenregion typische Zierfandler nicht fehlen. Der goldgelbe Weißwein ist besonders kräftig und extraktreich. Die Thermenregion bietet der anspruchsvollen Rebsorte optimale Bedingungen. Chardonnay, Grüner Veltliner, Neuburger, Sauvignon blanc und Welschriesling komplettieren das Weißweinangebot des Weinguts Schlossberg. Bei den Rotweinen sticht der Cabernet Sauvignon Barrique 2006 heraus. Ein Jahr im Fass gelagert und mindestens ein weiteres Jahr in der Flasche zeigt er einen deutlichen, kräftigen Barriqueton mit dem Aroma von Johannisbeeren.

Der blaue Burgunder hat hohe Ansprüche an das Klima

Wie die Zierfandler Rebe stellt der Blaue Burgunder, oder Pinot Noir,  ebenfalls hohe Ansprüche an Boden und Klima, die durch die Bedingungen in der Thermenregion erfüllt werden können. Die helle Rotweinsorte zeigt auffallende Tanninstruktur und liegt samtig am Gaumen. Markus Wertek ergänzt seine Rotweine noch durch den Blauen Portugieser, den Blaufränkischen sowie durch Sankt Laurent und Zweigelt. Der Rose wird aus der Traube des Blauen Burgunder hergestellt und stellt einen leichten, spritzigen Sommerwein dar. Weinverkauf ist an jedem Samstagvormittag auf dem Weingut Schlossberg. Kellerführungen können ab 10 Personen mit Weinkost telefonisch unter der Rufnummer 02252/25 15 15 vereinbart werden.

Webseite: http://www.weingutschlossberg.at/weingut/index.php

Weingut Mayer-Hörmann

Gold bei der Weintrophy Berlin, fünfmal niederösterreichisches Landessiegel, Crandcru Sieger, Falstaffprämierung und AWC Gold sind nur einige Auszeichnungen, die das Weingut am Wagram aufweisen kann. Der Wagram besteht aus Urgestein, Gföhler Gneis und Schotter, worauf sich Lössböden bis zu 12m Höhe auftürmen. Hier wächst der Wein der Mayer-Hörmanns, begünstigt durch heiße und trockene Sommer sowie neblig, feuchte Herbsttage. Das Resultat zeigt sich in der besonderen Fruchtigkeit und Frische der Weine der Region.

Früh übt sich der junge Winzer

Als Familienbetrieb ist es Ingrid und Hans Mayer –Hörmann ein Anliegen, den Nachwuchs früh für den Weinbau zu begeistern. So entschlossen sie sich im Jahr 2008 einen vierzig Jahre alten Weingarten aufzugeben und einen neuen zu setzen, den ersten Weingarten ihrer damals noch kleinen Söhne. Es war der Gelbe Muskateller, der gepflanzt wurde. Alle Arbeiten in dem kleinen Weingarten wurden von den beiden Söhnen, zwar angeleitet, doch alleine durchgeführt. Nach drei Jahren wurden die  ersten Trauben geerntet und von den Söhnen weiterverarbeitet. Der Erlös des abgefüllten Gelben Muskatellers war das erste selbst verdiente Taschengeld der wohl jüngsten Winzer. Ingrid und Hans Mayer-Hörmann lehrten auf diese Weise ihren Kindern die Liebe zum Wein, das Verstehen des Wachstums und die Ehrfurcht vor der Frucht.

Vinothek im alten Teil des Weinkellers

Die Liebe zum Wein ist auch ihnen gegeben und zeigt sich nicht zuletzt in den vielen Auszeichnungen, aber auch durch die Gestaltung der Vinothek, die sich im 200 Jahre alten Teil des Weinkellers befindet, bewacht vom Heiligen Urban, dem Schutzpatron der Winzer. Im verwinkelten Gangsystem des Weinkellers lagern die Weißweine in Edelstahltanks und die Rotweine in Holzfässern. In speziellen Barriquefässern reift Big John, eine Barrique Spezialität aus Zweigelt und Shiraz.

Wein ab Hof Verkauf und Heuriger

Neben dem üblichen Vertrieb wird engagierter Ab-Hof-Verkauf mit Weinkost betrieben. Kellerführungen werden von der Winzerin oder dem Winzer durchgeführt, die sich auch die Zeit nehmen, auf Fragen einzugehen. Kellerführungen sind besonders in der Jungweinzeit zu empfehlen, wenn der Jungwein noch aus den Fässern und Tanks zu kosten sind. Der Heurige liegt direkt an der Weinstraße zwischen Feuersbrunn und Fels am Wagram. Von April bis Juni und im August wird jeweils am Samstag, Sonntag und an Feiertagen Heurigenschank betrieben.

Spezielle Weinkarte und das Karussel

Wer möchte, kann ein so genanntes Karussell bestellen, ein Gestell, an dem acht Weingläser hängen, mit den Nummern von eins bis acht bezeichnet, dazu die spezielle Weinkarte, wo jede Nummer, jeder Wein, beschrieben wird. Verschiedene Karussel stehen dabei zur Auswahl. Der Jahrgang 2012 zeichnet sich dabei durch besonders hohe Qualtiät aus, obwohl die Erntemengen aufgrund von Maifrost und Hagelschäden geringer ausfielen. Chardonnay, Riesling, Zweigelt Selection und der Grüne Veltliner aus der Riede Rosenberg zeigen sich bei den 2012er Weinen auffallend herausragend.

Webseite: http://www.veltliner.at/index.html

Winzergut Leopold Amon

Klangenschalenwein, ein Wein, den es nur am Winzergut Amon in Eggendorf bei Maissau gibt.
Am Vollmondtag,gelesen, reift der Most aus Rivanertrauben in einem Holzfass und wird mittels
Klangschalen immer wieder in Schwingung versetzt.

Der Vollmond über Eggendorf – Wein von Leopold Amon

Leopold Amon ist kein Esoteriker, doch er kennt den Einfluss des Vollmondes auf Menschen, Tiere
und Pflanzen. Wissenschaftlich belegt, weisen Pflanzen bei Vollmond mehr Inhaltsstoffe auf, die sie
mit dem abnehmenden Mond wieder abgeben. Die Wirkung von Klangschalen kennt der Weinviertler
Winzer aus dem fernen Tibet. Durch das Anschlagen der Klangschalen entstehen verschiedenste
Töne und Vibrationen. Sie wirken auf den Menschen beruhigend und entspannend. In den Ländern
um den Himalaya werden nach alter Überlieferung noch Nahrungsmittel mit Klangschalen in
Schwingung versetzt, Milch bekommt dadurch eine längere Haltbarkeit. Im Klangschalenwein finden
sich die harmonischen Schwingungen wieder und wirken auf den Genießer. Leopold Amon verbindet
durch seinen Klangschalenwein Kulturen miteinander sowie altes Wissen mit neuen Methoden.

Der Wein wird nur von Hand gelesen

Auf Altbewährtes hält der Winzer ohnehin viel, so wird sein gesamter Wein nur von Hand gelesen. Auf
diese Weise gelangen keine Blätter, die den Geschmack beeinflussen können, zwischen die Trauben.
Der Pressvorgang erfolgt langsam und schonend durch Korbpressen, wodurch weniger Gerbsäure
entsteht. Auch die Trauben des Frühroten Veltliners, den er traditionsgemäß Malvasier nennt,
werden von Hand gelesen und sorgsam gepresst. Die Kreuzung aus Rotem Veltliner und Rivaner stellt
neben dem Grünen Veltliner eine der bedeutendsten Sorten im Angebot des Winzerguts dar. Guter
Wein braucht Zeit und Geduld, ist dabei die Devise von Leopold Amon.

Lössböden und pannonisches Klima

Der Weinbau im Weinviertel, dem größten Weinbaugebiet Niederösterreichs, geht weit in die
Geschichte zurück. Begünstigt durch Lössböden und das pannonische Klima reifen hier verschiedene
Sorten zu geschmackvollen Trauben. Das Winzergut Amon wird seit mehreren Generationen als
Familienbetrieb geführt. Die Weingärten liegen in der Nähe von Hohenwarth, beinahe alle in
Südhanglage. Der Keller, in dem die Weine in angenehmer Atmosphäre verkostet werden können,
befindet sich in der Kellergasse in Eggendorf, das durch seine berühmte Pfarrkirche auch kulturelle
Bedeutung erlangt hat. Sankt Jakob der Ältere, so der Name der Kirche, steht erhöht über dem Ort
und wirkt wie ein schützender Fels auf Besucher und Bewohner.

Der Sankt Laurent – ein erstklassiger Barrique Ausbau

Unweit entfernt, die Kellergasse, wo Leopold Amon auch seinen Sankt Laurent kredenzt, kräftig, tiefrot mit fruchtigem Aroma. Der
sanfte Barrique Ausbau lässt Vanille und Röstgeschmack erahnen. Durch die gute Lagerfähigkeit gilt
beim Sankt Lauren noch: Je älter, desto besser. Durch entsprechende Lagerung reift er zu einem
fruchtigen, beerigen Wein mit vollem Körper. Im Keller bei Leopold Amon liegen verschiedene
Jahrgänge zur Verkostung bereit. Unter den Telefonnummern 02958/83152 oder 0676/7269256 sind
Anmeldungen ebenso möglich wie Auskunft über Ausschankzeiten eingeholt werden kann.

Weingut Fritzlehner, Familienbesitz seit 200 Jahren

Idyllisch am Kamp gelegen, schmiegt sich das Märchenschloss Grafenegg in die Landschaft. Unweit
davon beginnt Etsdorf, eine Katastralgemeinde von Grafenegg. In dem Ort hat Weinbau Tradition,
das zeigt auch das Weingut von Franz Xaver Fritzlehner, wo bereits seit 200 Jahren Wein gekeltert
wird. Wie überall im Kamptal steht bei Fritzlehner ebenfalls der Grüne Veltliner im Mittelpunkt,
obwohl das Sortiment dennoch umfangreich ist.

Weingärten und Kellerei

Die Arbeit im Weingarten bereitet dem charismatischen Winzer große Freude. Es ist die Nähe zur
Pflanze, zum Weinstock, die eine Verbindung entstehen lässt. Vom Schneiden der Reben über das
Anbinden bis hin zur Lese, viele Male muss der Winzer im Jahr den einzelnen Rebstock berühren.
Geschnitten wird im Winter, wo im Kamptal oft noch Schnee liegt und der Eiswind über das Tal
bläst. Sorgfalt und Umsicht sind dabei gefragt, denn mit dem Schnitt werden die Weichen für den
jeweiligen Jahrgang gestellt. Zwei bis drei Reben bleiben am Stock stehen, mit fachmännischem
Blick ausgewählt. Es folgt das Anbinden der Reben an den gespannten Draht.

Viel Handarbeit für einen guten Wein

Franz Xaver Fritzlehner verwendet, wie die meisten Winzer heute, eine Drahtzange, die das Schneiden der Bänder und
das händische Verknoten ersetzt. Vorsichtig geht er dabei vor, denn bricht eine Rebe, ist sie für
den Ertrag verloren. Eine Reihe von weiteren Arbeiten folgen, daneben muss in der Kellerei noch
der Wein des letzten Jahrgangs gefüllt werden. Das Kosten der einzelnen Sorten aus dem Fass, das
Schönen, die Veränderung im Geschmack hat beinahe etwas Magisches. Am Weingut Fritzlehner
wird erst gefüllt, wenn der Wein in allen Nuancen dem Gaumen des Winzers entspricht.

Kein Heurigenbetrieb, sondern Weinverkostungen

Der Keller, der erst vor zehn Jahren völlig umgebaut und vergrößert wurde, erstreckt sich
unterirdisch über die gesamte Gutsanlage. Beleuchtete Nischen in der Vinothek und ein uriges
Kellerstübchen laden zum Verkosten des Weins ein. Der Keller hat Atmosphäre, beherrscht von
riesigen Holzfässern und Steinskulpturen. Auf das Fass mit dem besten Wein des Jahrgangs wird
hier noch traditionell die legendäre schwarze Kellerkatze gestellt, deren Geschichte der Winzer
stets gerne erzählt.

Fritzizante – Der Fritzlehner Frizzante

Die Besonderheit des Hauses Fritzlehner stellt der Fritzizante dar, ein spritziger
Frizzante mit zarter, fruchtiger Note, süffig, elegant. Als eine weitere Spezialität, herausragend aus
dem Sortiment des Weinguts, bietet der Frührote Veltliner eine seltene Aromenvielfalt, feinfruchtig
mit kerniger Säure.

Heurigenausschank wird hier nicht betrieben, sondern Weinverkostungen mit
Hauerjause geboten. Und wer hier bereits einmal Wein gekostet hat, kann von der guten Stimmung,
der familiären Atmosphäre ebenso erzählen wie von der Qualität der Weiß- und Rotweine aus
dem Haus. Viel Zeit sollte sich der Besucher jedoch nehmen, denn nach Hause wird nicht so schnell
gegangen, dazu ist es im Weingut Fritzlehner viel zu gemütlich.

Anmeldungen für Weinverkostungen
können unter 02725/5090 oder 0664/4797328 vorgenommen werden.